01/2020

 

Liebe metrobaslerinnen und -basler,

in unserem ersten Newsmail des Jahres möchten wir Sie mit der aktuellen metrobasel Jahresthematik Soziale Kohäsion bekannt machen, deren besondere Relevanz uns anlässlich des momentanen Zeitgeschehens eindringlich vor Augen geführt wird. Des Weiteren finden Sie Informationen zur metrobasel Aging-Studie "Rentensysteme in Schieflage – die Massnahmen?" sowie zu den ersten fixierten Veranstaltungsdaten.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre und hoffen, Sie an einem unserer kommenden Anlässe persönlich begrüssen zu dürfen.

Mit besten Grüssen und bleiben Sie gesund,

Ihr metrobasel-Team

 


 

Jahresthematik 2020: "Soziale Kohäsion – was hält unsere Region im Kern zusammen?"


Das Jahresthema von metrobasel steht schon länger fest – die grassierende Corona-Epidemie unterstreicht die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhalts nochmals mit Nachdruck.

 

Die Corona-Krise weckt Ängste, die nicht klar individuellen oder systemischen Risiken zugeordnet werden können. Das macht die Lage besonders verzwickt: Weder ist es bloss der Einzelne, der einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt ist, wie dies beispielsweise bei der Fahrradfahrt auf einer stark befahrenen Strasse der Fall ist. Noch ist es ausschliesslich das Gesundheitssystem, das lediglich einer Finanzspritze bedürfte, um aus der drohenden Schieflage gerettet zu werden.

 

©pexels.com

 

Systemische Risiken sind per se abstrakt und was abstrakt ist, erhält in aller Regel nicht die verdiente Aufmerksamkeit. Solange die Kapazitätsgrenzen unseres Gesundheitssystems nicht überschritten werden, bleiben die sich füllenden Krankenbetten, knapper werdenden Medizinvorräte oder die Überstunden des medizinischen Personals vor unserem Blick verborgen. Ist es dann soweit, regiert die Furcht. Beides hat dieselbe, im Egoismus gründende fatale Folge: Wir rütteln an den Grundfesten unseres Systems, von dessen Existenz und Funktionieren wir auf allen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ebenen abhängig sind.

 

Egoismen blühen allerdings umso schlechter, je fähiger eine Gesellschaft zu Solidarität ist. Es liegt denn auch in der Machtsphäre des Einzelnen, auf dem Warenmarkt den eigenen apokalyptischen Fiktionen zu widerstehen, um Produkte für Risikogruppen übrig zu lassen, die auch tatsächlich auf diese angewiesen sind. Genauso wie es der Überwindung des persönlichen Egoismus bedarf, wenn es um den Verzicht auf Hobbies und Aktivitäten geht, auch wenn man selber keine unmittelbare Gefahr darin sieht.

 

Der wirtschaftliche Schaden ist bereits enorm und er wird voraussichtlich weiter zunehmen. Ein kompletter Shutdown hätte allerdings weitaus gravierendere Konsequenzen, wie ein Blick zu unseren italienischen Nachbarn schonungslos aufzeigt. Den Shutdown zu verhindern ist das erklärte Ziel des momentan geltenden Regimes. Und damit die Massnahmen nicht ins Leere verlaufen, die uns momentan zwar vor allem ein- und beschränken (aber genau deswegen einziges taugliches Mittel gegen das systemische Risiko sind), ist eine funktionierende Vertrauensbasis innerhalb der Gesellschaft vonnöten.

 

Die Bedeutung der Sozialen Kohäsion erschöpft sich folglich nicht in einer rein soziologisch geführten Debatte. Der Zusammenhalt innerhalb einer Gesellschaft hat konkrete Auswirkungen auf unseren wirtschaftlichen Erfolg. Es erscheint somit auch wenig erstaunlich, dass Stéphane Garelli vom Lausanner Institute of Management Development, welches das jährliche World Competitive Ranking herausgibt, die Regeln der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit so simpel wie überraschend definiert: «produzieren, diversifizieren, exportieren, in die Infrastruktur investieren, bilden, diszipliniert haushalten und am Wichtigsten: den sozialen Zusammenhalt im Auge behalten.»
 
Kleinster gemeinsamer Nenner muss folglich die Stabilität der Gesellschaft sein. Eine kohäsive Gesellschaft schafft konkreten Mehrwert und ist der Erfolgsfaktor schlechthin für die wirtschaftliche Prosperität – nicht nur in unruhigen Zeiten wie der jetzigen, sondern weit über diese hinaus.
 
Das Bewahren der Prosperität der Region Basel ist das Kernanliegen des Think Tanks metrobasel. Mehr als genug Gründe also, sich während der kommenden Monate intensiv mit den Grundpfeilern der sozialen Kohäsion zu beschäftigen

 


 

metrobasel Aging Studie: "Rentensysteme in Schieflage – die Massnahmen?"

 

Wir werden immer älter und bleiben länger gesund. An und für sich eine überaus erfreuliche Tatsache, aber die Alterung der Gesellschaft hat auch ihren Preis.


Gesellschaft, Wirtschaft und Politik stehen in den kommenden Jahren vor grossen Herausforderungen. Schon heute herrscht in der Schweiz ein Fachkräftemangel. Dieser wird sich noch verschärfen, wenn in den nächsten zehn Jahren eine Million Erwerbstätige der Babyboomer-Generation in Rente gehen und gleichzeitig weniger junge Fachkräfte in den Arbeitsmarkt eintreten. Kamen bei der Gründung der AHV 1948 insgesamt 100 Erwerbstätige auf 15 Rentner, so sind es heute nur noch etwa drei und in 25 Jahren werden es aller Voraussicht nach sogar nur noch zwei Erwerbstätige pro Rentner sein. Mit denselben demographischen Herausforderungen haben die Pensionskassen zu kämpfen, denn auch die zweite Säule bleibt nicht verschont: Ist sie doch eigentlich für das individuelle Ansparen von Kapital für das Alter gedacht, wird sie je länger je mehr zu einer Umlagefinanzierung der Renten von Jung zu Alt.

 

 

Ausser Frage steht somit, dass die Altersvorsorge neu definiert und der Generationenvertrag neu ausgehandelt werden muss. Ohne umfassende Massnahmenbündel ist dies nicht zu schaffen – welche Massnahmen am ehesten von den Erwerbstägigen mitgetragen werden, möchte der Think Tank metrobasel im Rahmen einer breit angelegten Befragung von Mitarbeitenden aus KMU, Verwaltungen und weiteren Organisationen der Metropolitanregion Basel erfahren.

 

Im Zentrum der Studie steht damit die Frage, wie die Lasten einer älter werdenden Gesellschaft auf die Schultern des Einzelnen, der Wirtschaft und der Allgemeinheit verteilt werden sollen. Dies ist eine Frage der Generationensolidarität, womit wir uns wieder mitten in der metrobasel Jahresthematik "Soziale Kohäsion" wiederfinden.

 





save the date: Anlässe 2020


 

metrobasel Sommeranlass: «Bilaterale Zusammenarbeit CH–EU – wie weiter?»

 

Im Nachgang der Abstimmung zur Begrenzungsinitiative befassen wir uns im Rahmen des traditionellen metrobasel Sommeranlasses mit der Zukunft der Beziehungen CH-EU.

 

Datum: Montag, 17. August 2020, ab 17.30 Uhr
Ort: Grossratssaal, Rathaus Basel-Stadt, Markplatz 9, CH-4001 Basel

 

Dieser metrobasel-Anlass wird in Kooperation mit regio basiliensisstark+vernetzt und der Handelskammer beider Basel durchgeführt.


Die Teilnehmerzahl ist begrenzt: Melden Sie sich noch heute an!



  

BEF Basel Economic Forum 2020: «Soziale Kohäsion – was hält unsere Region im Kern zusammen?»

 

Das alljährlich im November stattfindende Basel Economic Forum wird sich während eines ganzen Tags mit der metrobasel Jahresthematik befassen. In einem der nächsten Newsletter werden wir näher auf die Programmschwerpunkte eingehen. Gerne möchten wir Sie bitten, das Datum in Ihrer Agenda vorzumerken.

 

Datum:  Freitag, 13. November 2020, 08.30 Uhr bis ca. 18:00 Uhr

Ort:   Hyperion Hotel Basel, Messeplatz 12, 4058 Basel



  

 

Werden auch Sie Mitglied bei metrobasel

 

Wenn Sie Interesse an der Tätigkeit oder den Studien von metrobasel haben, uns als Mitglied unterstützen und an unseren Anlässen teilnehmen möchten, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail an info@metrobasel.org oder per Telefon unter 061 272 11 44.

 

Sehr gerne senden wir Ihnen weitergehende Informationen zu. Das Beteiligungsformular, unsere Statuten und Reglemente finden Sie hier.

 

Wir danken all unseren Partnern und Mitgliedern für die Unterstützung, welche die Projekte, Studien und Anlässe von metrobasel ermöglichen.

Geschäftsstelle

metrobasel, Aeschenvorstadt 4, 4010 Basel

T +41 (0) 61 272 11 44

 

Direktorin: Regula Ruetz

Administration: Andreas Hutter

E-Mail: info@metrobasel.org

 

Die metrobasel news finden Sie unter:

www.metrobasel.org